Folge uns

Presse

Firma Erpwerk schreibt Software für Projekt von Nasa und deutschen Forschern

Fliegende Sternwarte mit Oldenburger ProgrammOLDENBURG - Nadine Hanisch ist braun gebrannt. Kein Wunder. Die Mitarbeiterin des Deutschen Sofia Instituts (DSI) arbeitet hauptsächlich in der Mojave-Wüste Kaliforniens, wo die Vorbereitungen für die fliegende Sternwarte „Sofia“ laufen. Das in einem Boeing-Flugzeug installierte Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie, das die US-Raumfahrtbehörde Nasa gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreiben wird, soll ab Mai für neue Erkenntnisse über die Entstehung von Sternen und jungen Planetensystemen sorgen.

Ein Teil des internationalen Sofia-Netzwerks führte Nadine Hanisch in dieser Woche aus der kalifornischen Wüste direkt in ein Bürogebäude am Oldenburger Bahnhofsplatz – zu dem Unternehmer Ulf Klarmann (40) und seiner Softwareschmiede Erpwerk. Klarmann entwickelt mit fünf freien und festen Mitarbeitern eine Software, die die Wartung der über 10 000 Einzelteile des drei Meter großen und 20 Tonnen schweren Teleskops erleichtern soll.

Den Auftrag dazu hat er nach einer mehrmonatigen Vorlaufphase am 13. Oktober 2008 erhalten. „Die Software erleichtert die Wartung der Einzelteile, aus denen das Teleskop zusammengesetzt ist – und den Zugriff darauf“, erklärt Klarmann. An die Software ist die Dokumentation gekoppelt. Sie beantwortet Fragen wie: Welches Bauteil ist an welcher Stelle des Teleskops auf welche Weise einzubauen? Wo können die Ingenieure die benötigten Einzelteile nachbestellen? „Für uns ist besonders wichtig, dass die Software eine ganzheitliche Lösung darstellt, die die bereits vorhandene Infrastruktur berücksichtigt“, erklärt Nadine Hanisch, welche Anforderungen die Software erfüllen muss. Auch müsse das Programm in der Lage sein, sich flexibel an zukünftige Prozesse des „Sofia“-Projekts anzupassen. Der Kontakt mit dem Chef des vergleichsweise kleinen Unternehmens Erpwerk sei manchmal einfacher als mit vielen Ebenen großer Softwarefirmen.

Klarmann vermutet, dass auch die Kosten eine Rolle gespielt haben: „Wir kombinieren verschiedene fertige Software-Bausteine und stellen so das Programm zusammen. Das ist in der Regel günstiger als fertige Software zu kaufen und sie dann anzupassen.“
Einblicke ins WeltallOLDENBURG - Wenn Astronomen die Entstehung von Sternen und Planetensysteme erforschen oder das Zentrum der Milchstraße untersuchen, sind sie besonders an der von Himmelskörpern ausgehenden Infrarotstrahlung interessiert. Das für Menschen unsichtbare Licht erlaubt Blicke in staubgefüllte Regionen des Alls und liefert Informationen über lichtarme Sterne, die sonst überstrahlt werden.
Umgebauter Jumbo-Jet
Das Problem: Infrarot durchdringt die Erdatmosphäre nur eingeschränkt, so dass Teleskope auf der Erdoberfläche ungenügende Daten liefern. 2010 soll eine Lösung bringen: Das Stratosphären-Observatorium für Infrarot Astronomie (SOFIA), eine umgebaute Boeing 747 mit einem 2,7-Meter-Teleskop an Bord, soll als fliegende Sternwarte bislang ungesehene Bilder liefern. In der OLB-Kundenhalle an der Gottorpstraße ist bis zum 4. Dezember eine Ausstellung über das Gemeinschaftsprojekt von NASA und Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zu sehen.
Sie zeigt u.a. ein Modell der Sternwarte im Maßstab 1:50, ein detailgetreues Teleskopmodell sowie in Originalgröße eine der 24 Luftfedern, die das Teleskop vor den Vibrationen des Flugzeugs schützen. Die Boeing wird von Ames (Kalifornien) und Christchurch (Neuseeland) aus operieren, aber auch regelmäßig in Stuttgart landen.
Dr. Dörte Mehlert, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit im Deutschen Sofia-Institut in Stuttgart, berichtete zur Ausstellungseröffnung über das Projekt. Der Jumbo-Jet soll das in Deutschland entwickelte Teleskop in die Stratosphäre tragen. Dort, in 13 Kilometern Höhe, sollen Aufnahmen gemacht werden, von denen sich die Forscher neue Erkenntnisse erhoffen. „Wir können in einem Flugzeug immer die neueste Technologie anwenden“, nannte sie einen der größten Vorteile der „Huckepack-Lösung“. Die in Satelliten verwendete Technik sei in der Regel zehn Jahre alt, weil so lange die Erprobung bis zum absolut sicheren Betriebe dauere. Man könne dort nur Systeme verwenden, die absolut störungsfrei liefen, sagte die Expertin. Die Boeing hingegen kehre stets zur Erde zurück, so dass man neue Systeme erproben könne: „Man kann sie sofort nach dem Flug reparieren.“
Software aus Oldenburg
Die Software, die dafür sorgt, dass für diese Reparaturen stets alle nötigen Ersatzteile zur Verfügung stehen, entsteht bei der Oldenburger Softwareschmiede „Erpwerk“ (NWZ berichtete). Über 10 000 Teile des Teleskops werden damit verwaltet, berichtete Erpwerk-Chef Ulf Klarmann. Dörte Mehlert lobte das Oldenburger Unternehmen: „Expertise wie die von Erpwerk findet man in Deutschland nur ganz selten.“

WIRTSCHAFT - Beide Seiten profitierenUlf Klarmann, Geschäftsführer von Erpwerk, hat eine Delegation des Bundeswirtschaftsministeriums um Philipp Rösler (FDP) nach Israel begleitet. Das Oldenburger Unternehmen ist in den Branchen Luft- und Raumfahrt, Handel und Maschinenbau tätig.

Frage: Inwiefern kann Ihr Unternehmen von dieser Reise profitieren?

Ulf Klarmann: Wir haben Kontakte zu verschiedenen, potenziellen Geschäftspartnern geknüpft. Mit einem Unternehmen streben wir konkret ein Joint Venture im Bereich Wartungs- und Dokumentationssoftware an. Interessante Gespräche gab es außerdem mit einem Hersteller von Hochleistungsbatterien. Für uns ist es zudem interessant, die israelischen Produkte außerhalb Israels zu vermarkten, ihnen zu helfen, ihr Netz zu vergrößern. Davon können beide Seiten profitieren.

Frage: Wie bewerten Sie den israelischen Markt bezogen auf Ihre Branchen?

Klarmann: Die israelischen Unternehmen hatten bisher wenig Kontakt zu deutschen Firmen. Dabei gilt das Land als die weltweit innovativste Nation, vor allem gemessen an der Unternehmensgründung. Israel hat sich zu einer Start-Up-Nation entwickelt, es wird viel Geld in die Forschung und Entwicklung investiert. Es ist ein interessanter Markt.

Frage: Welche persönlichen Eindrücke haben Sie auf dieser Reise gewonnen?

Klarmann: Die Israelis sind freundlich, offen und stecken voller Energie. Das hat mich beeindruckt. Es war eine lohnenswerte Reise, auch dank des Bundeswirtschaftsministeriums. Vor Ort in Tel Aviv war alles professionell organisiert. Ich würde jederzeit wieder nach Israel reisen.

ERPwerk stellt ein
Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir motivierte Softwareentwickler im Bereich Delphi- und Web-Entwicklung. Haben Sie Interesse? Dann werfen Sie einen Blick auf unsere
 Stellenangebote.

DedvTracks 12. September 2018 in Oldenburg

CONSULTING PARTNER ERPWERK

microsoft partner logo

siegel 97

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok