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Presse

Einblicke ins WeltallOLDENBURG - Wenn Astronomen die Entstehung von Sternen und Planetensysteme erforschen oder das Zentrum der Milchstraße untersuchen, sind sie besonders an der von Himmelskörpern ausgehenden Infrarotstrahlung interessiert. Das für Menschen unsichtbare Licht erlaubt Blicke in staubgefüllte Regionen des Alls und liefert Informationen über lichtarme Sterne, die sonst überstrahlt werden.
Umgebauter Jumbo-Jet
Das Problem: Infrarot durchdringt die Erdatmosphäre nur eingeschränkt, so dass Teleskope auf der Erdoberfläche ungenügende Daten liefern. 2010 soll eine Lösung bringen: Das Stratosphären-Observatorium für Infrarot Astronomie (SOFIA), eine umgebaute Boeing 747 mit einem 2,7-Meter-Teleskop an Bord, soll als fliegende Sternwarte bislang ungesehene Bilder liefern. In der OLB-Kundenhalle an der Gottorpstraße ist bis zum 4. Dezember eine Ausstellung über das Gemeinschaftsprojekt von NASA und Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zu sehen.
Sie zeigt u.a. ein Modell der Sternwarte im Maßstab 1:50, ein detailgetreues Teleskopmodell sowie in Originalgröße eine der 24 Luftfedern, die das Teleskop vor den Vibrationen des Flugzeugs schützen. Die Boeing wird von Ames (Kalifornien) und Christchurch (Neuseeland) aus operieren, aber auch regelmäßig in Stuttgart landen.
Dr. Dörte Mehlert, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit im Deutschen Sofia-Institut in Stuttgart, berichtete zur Ausstellungseröffnung über das Projekt. Der Jumbo-Jet soll das in Deutschland entwickelte Teleskop in die Stratosphäre tragen. Dort, in 13 Kilometern Höhe, sollen Aufnahmen gemacht werden, von denen sich die Forscher neue Erkenntnisse erhoffen. „Wir können in einem Flugzeug immer die neueste Technologie anwenden“, nannte sie einen der größten Vorteile der „Huckepack-Lösung“. Die in Satelliten verwendete Technik sei in der Regel zehn Jahre alt, weil so lange die Erprobung bis zum absolut sicheren Betriebe dauere. Man könne dort nur Systeme verwenden, die absolut störungsfrei liefen, sagte die Expertin. Die Boeing hingegen kehre stets zur Erde zurück, so dass man neue Systeme erproben könne: „Man kann sie sofort nach dem Flug reparieren.“
Software aus Oldenburg
Die Software, die dafür sorgt, dass für diese Reparaturen stets alle nötigen Ersatzteile zur Verfügung stehen, entsteht bei der Oldenburger Softwareschmiede „Erpwerk“ (NWZ berichtete). Über 10 000 Teile des Teleskops werden damit verwaltet, berichtete Erpwerk-Chef Ulf Klarmann. Dörte Mehlert lobte das Oldenburger Unternehmen: „Expertise wie die von Erpwerk findet man in Deutschland nur ganz selten.“

WIRTSCHAFT - Beide Seiten profitierenUlf Klarmann, Geschäftsführer von Erpwerk, hat eine Delegation des Bundeswirtschaftsministeriums um Philipp Rösler (FDP) nach Israel begleitet. Das Oldenburger Unternehmen ist in den Branchen Luft- und Raumfahrt, Handel und Maschinenbau tätig.

Frage: Inwiefern kann Ihr Unternehmen von dieser Reise profitieren?

Ulf Klarmann: Wir haben Kontakte zu verschiedenen, potenziellen Geschäftspartnern geknüpft. Mit einem Unternehmen streben wir konkret ein Joint Venture im Bereich Wartungs- und Dokumentationssoftware an. Interessante Gespräche gab es außerdem mit einem Hersteller von Hochleistungsbatterien. Für uns ist es zudem interessant, die israelischen Produkte außerhalb Israels zu vermarkten, ihnen zu helfen, ihr Netz zu vergrößern. Davon können beide Seiten profitieren.

Frage: Wie bewerten Sie den israelischen Markt bezogen auf Ihre Branchen?

Klarmann: Die israelischen Unternehmen hatten bisher wenig Kontakt zu deutschen Firmen. Dabei gilt das Land als die weltweit innovativste Nation, vor allem gemessen an der Unternehmensgründung. Israel hat sich zu einer Start-Up-Nation entwickelt, es wird viel Geld in die Forschung und Entwicklung investiert. Es ist ein interessanter Markt.

Frage: Welche persönlichen Eindrücke haben Sie auf dieser Reise gewonnen?

Klarmann: Die Israelis sind freundlich, offen und stecken voller Energie. Das hat mich beeindruckt. Es war eine lohnenswerte Reise, auch dank des Bundeswirtschaftsministeriums. Vor Ort in Tel Aviv war alles professionell organisiert. Ich würde jederzeit wieder nach Israel reisen.

SOFIA – Ausstellung und Software Präsentation
Die SOFIA Ausstellung in Oldenburg zeigt ein Modell der kompletten Sternwarte im Maßstab 1:50, ein detailgetreues Teleskopmodell im Maßstab 1:10, sowie in Originalgröße eine der 24 Luftfedern, die das Teleskop zum Beispiel vor den störenden Vibrationen des Flugzeugs schützen. Außerdem wird die Wartungs-und Dokumentationssoftware der Firma erpwerk präsentiert. Aus diesem Anlass möchten wir Sie zu dieser Ausstellung herzlich einladen.

SOFIA-Ausstellung 23.11. bis 4.12.2009

Am Montag 23. November 2009, um 18 Uhr in der Kundenhalle der OLB, Gottorpstraße 28, Oldenburg

Begrüßung
  >> Benedikt Buhl, Sprecher des Vorstands der OLB
  >> Dr. Rainer Lisowski, Leiter Projektbüro   „Stadt der Wissenschaft 2009“

Einführung
  >> Dr. Dörte Mehlert, Leiterin Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche SOFIA Institut

Anmeldung telefonisch unter 0441/221–1275 oder via E-Mail an: pk.oldenburg@olb.de

Die Ausstellung:
Dr. Dörte Mehlert vom Deutschen SOFIA Institut der Universität Stuttgart wird die Ausstellung eröffnen und mit einigen einfachen Experimenten erklären, was Infrarotstrahlung eigentlich ist und wie SOFIA Astronomen helfen soll, Geheimnisse des Universums zu lüften.

Zu SOFIA:
SOFIA, das Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR; Fond: 500K0901) und das National Aeronautics and Space Administration (NASA). Es wird auf Veranlassung des DLR mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und mit Mitteln des Landes Baden Württemberg und das der Universität Stuttgart durchgeführt.

Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der Universities Space Research Association (URSA).

Zur Software:
Das Teleskop – das Herzstück des Observatoriums – wurde von deutschen Ingenieuren entwickelt und gebaut. Die Wartungs- und Dokumentationssoftware dafür kommt aus Oldenburg: Die Firma erpwerk hat die Software entwickelt, die die über 10.000 Teile des Teleskops verwaltet. So erhalten die Ingenieure jederzeit Auskunft über die Flugtauglichkeit der verschiedenen Systemkomponenten und stellen sicher, dass zum Beispiel für die laufenden Wartungsarbeiten die nötigen Ersatzteile vorhanden sind.

 

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